Konuslager Teile

Konuslager schmieren und einstellen

Ein Sprichwort sagt: Wer gut schmiert, der gut fährt. Beim Fahrrad tritt gerne mal Schmutz und Wasser in die Lager ein. Dies führt dazu, dass sie nicht mehr leicht laufen, Geräusche machen und im schlimmsten Fall vorzeitig verschleißen. Damit es nicht soweit kommt, sollten Konuslager einer regelmäßigen Inspektion unterzogen werden.

Was ist ein Konuslager

Konuslager sind Wälzlager. Es gibt sie mit Kugeln oder Walzen. Diese Kugeln / Walzen laufen in einer Lagerschale und werden auf der anderen Seite mit einem Konus gehalten. Dieser Konus wird auf eine Achse geschraubt und wird durch eine Kontermutter gesichert. Zwischen Kontermutter und Konus befindet sich noch eine spezielle Unterlegscheibe, die ein Verdrehen verhindert. Oft haben die Lager auch eine Dichtung, die das Eindringen von Schmutz und Wasser verhindern soll.

Das Konuslager wurde bis vor einigen Jahren häufig beim Fahrrad verwendet. Mittlerweile wird es mehr und mehr durch Industrielager abgelöst und ist fast nur noch im Einsteigersegment zu finden.

Dies sind drei Beispiele, wo Konuslager beim Fahrrad eingesetzt werden. Mein Rabeneick Fixie ist ein Bahnrad mit Bremse. Diese Fahrräder sind für den Einsatz im Trockenen konzipiert. Die Lager sind nicht gedichtet und benötigen deshalb regelmäßige Wartungen.

Lager auseinanderbauen

An dem Bild des Steuersatzes oben, kann man gut den Aufbau eines Konuslagers erkennen.

So sieht das Lager meines Vorderrads aus. Man kann gut die Kontermutter erkennen. Diese gilt es als erstes zu lösen.

Dazu werden zwei passende Schraubenschlüssel benötigt. Den unteren hält man fest und den oberen dreht man entgegen der Uhrzeigerrichtung. Aber Achtung, wenn man hier abrutscht, kann man sich böse verletzen. Ich spreche da aus Erfahrung.

Wenn die Konterung locker ist, wird zuerst die Kontermutter abgeschraubt und anschließend die Unterlegscheibe abgenommen. Dann kann der Konus ebenfalls abgeschraubt werden. Hierbei sollte man sehr vorsichtig vorgehen, da die Lagerkugeln schnell verloren gehen. Auf dem Bild oben, habe ich eine Kugel markiert.

Die Achse kann jetzt herausgezogen werden. Am besten legt man einen Lappen oder stellt eine Schüssel unter, damit keine Kugel verloren geht. Kugeln, die sich jetzt noch im Lager befinden, werden mit einer Pinzette rausgeholt. Der zweite Konus muss nicht abgeschraubt werden.

Alle Teile werden von altem Fett und Dreck befreit. Hierfür müssen keine aggressiven Lösungsmittel verwendet werden, ein Lappen reicht auch. Der Dreck in Rillen oder Ecken lässt sich gut mit einer Zahnbürste entfernen.

Das alte Fett in der Lagerschale wird auch mit einem Lappen entfernt.

Konuslager zusammenbauen

Beim Zusammenbau sollte man sehr sauber arbeiten. Man will ja keinen Dreck schon zu Anfang in das Lager bringen. Ich lege einfach einen sauberen Lappen unter.

Als erstes werden die Lagerschale und der Konus reichlich mit Fett bestrichen. Hier kann ruhig etwas mehr als zu wenig verwendet werden. Anschließend werden die sauberen Kugeln wieder in die Lagerschale eingesetzt. Durch das neue Fett fallen sie auch nicht von allein heraus. Es kommt die Hälfte der Kugeln auf die eine Seite und die andere Hälfte auf die andere Seite. Wenn man eine ungerade Anzahl an Kugeln hat, hat man ein Problem und man muss noch mal in allen Ecken suchen. Wenn die Kugel aber trotzdem nicht wieder auftaucht, findet man Ersatz beim gut sortierten Fahrradhändler.

Mit dem Konus kann man prüfen, ob die Kugeln richtig in der Schale sitzen. Wenn das passt, kann die Achse vorsichtige eingeschoben werden. Auf die Achse wird der Konus geschraubt. Wenn er an seinem Bestimmungsort ist, kann man die Achse mal vorsichtig drehen. Hier darf es nicht knirschen. Jetzt fehlt noch die Unterlegscheibe und die Kontermutter. Die Scheibe hat eine kleine Nase. Die gehört in den Schlitz auf der Achse.

Konuslager einstellen

Das ist der knifflige Teil der ganzen Arbeit. Durch Festschrauben des Konuses wird das Lagerspiel verringert und durch Lockern wird es erhöht. Die Kontermutter sichert den Konus gegen Verdrehen.

Wenn der Konus zu fest ist, ist die Reibung zu hoch und das Lager verschleißt schneller. Wenn er zu locker ist, hat das Lager zu viel Spiel. Das Optimum liegt also dazwischen.

Ich drehe den Konus mit der Hand fest. Anschließend drehe ich ihn wieder etwas auf (etwa eine viertel Umdrehung). Anschließend wird leicht gekontert. Jetzt wird das Spiel überprüft, indem an der Achse gewackelt wird. Spürbares Spiel darf es nicht geben. Die Freigängigkeit wird durch Drehen der Achse überprüft. Sie muss sich leicht drehen lassen.

Wenn das Spiel zu groß ist, wird der Konus etwas fester geschraubt. Am besten setzt man den einen Schraubenschlüssel an dem einen Konus an und den anderen Schlüssel am anderen Konus. Die Kontermutter wird auch wieder etwas nachgezogen.

Wenn die Freigängigkeit nicht passt, wird erst die Kontermutter etwas gelockert und anschließend der Konus.

Man geht hier in sehr kleinen Schritten vor. Irgendwann hat man die optimale Einstellung gefunden und es kann richtig gekontert werden. Abschließend wird die Einstellung noch mal überprüft.

Fazit

Es ist unvermeidlich, dass Dreck in die Lager eintritt und dass sich das vorhandene Fett verändert oder verflüchtigt. Um lange Zeit Freude an seinem Fahrrad zu haben, ist es sinnvoll die Konuslager regelmäßig zu warten. Mit etwas Übung ist das auch kein großes Problem.

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